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Blase

Geschrieben von Martin Haydter. Veröffentlicht in Blase

Die menschliche Harnblase ist ein muskulöses Hohlorgan im kleinen Becken, das eine komplexe Nevenversorgung aufweist und vom Gehirn ausgehenden Steuerungsmechanismen unterliegt. Eine willkürliche (bewusste)Beeinflussung der Blasenmuskulatur existiert nicht, die Blase wird vielmehr durch das autonome Nervensystem gesteuert. Lediglich der unterhalb der Blase befindliche Schliessmuskel kann auch willkürlich aktiviert werden. Zentrale Funktion ist die Harnspeicherung und -entleerung. Durch die relativ komplexen Mechanismen, die dafür nötig sind, gibt es zahlreiche Funktionsstörungen durch Schädigung von aussen.

Blasenerkrankungen umfassen - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - Blasensteine, Blasentzündungen, überaktive Blase, aber auch bösartige Erkrankungen (Blasentumor).

Blasensteine entwickeln sich auf Basis einer Harnentleerungsstörung mit Restharnbildung bei vergrösserter Prostata und müssen von der Harnröhre aus zertrümmert und entfernt werden.

Blasenentzündungen (Cystitis) sind v.a. bei Frauen häufig und bedürfen einer abgestimmten antibiotischen Therapie, bei wiederkehrenden Entzündungen ist eine nähere Abklärung erforderlich.

Die überaktive Blase führt durch ständigen Harndrang zur Beeinträchtigung der Lebensqualität und wird nach entsprechender Abklärung zunächst gezielt medikamentös behandelt.

Ein Blasentumor (Blasenkrebs) wird vor allem durch Rauchen veruracht. 90 % aller Blasentumore sind oberflächlich und können von der Harnröhre aus (transurethral) entfernt werden. Nur bei Tumoren, die bereits in die Blasenmuskulatur einwachsen, ist eine grössere Operation mit Organentfernung nötig. Blasentumore neigen dazu, nach Entfernung wieder aufzutreten (in bis zu 60 % der Patienten), weswegen bei dieser Erkrankung eine engmaschige Nachsorge mit Blasenspiegelung erforderlich ist.

Warnsymptome, die einen Besuch beim Urologen erfordern, sind Brennen beim Harnlassen, häufiger Harndrang, aber auch Blut im Harn.

Die Blase ist einer Untersuchung mittels Endoskop (sogenannte Blasenspiegelung) von der Harnröhre aus gut zugänglich. Diese Untersuchung ist routinemässig nicht erforderlich, wird allerdings bei oben genannten Symptomen wie z.B. Blut im Harn durchgeführt. Durch modernes Instrumentarium (flexibles Zystoskop) kann diese Untersuchung heute nahezu schmerzfrei in der Ordination erfolgen.