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Überaktive Blase

Geschrieben von Martin Haydter. Veröffentlicht in Urologie für die Frau

Die überaktive Blase (mit und ohne Harnverlust) ist eine häufige Erkrankung, laut Literatur sind bis zu 40 % der Bevölkerung betroffen, wobei Frauen viel häufiger darunter leiden als Männer.

Wie der Name schon vermuten lässt, sind die Symptome vor allem eine häufiger, oft nicht zu unterdrückender Harndrang, in schweren Fällen auch mit Harnverlust verbunden.

Die Ursachen können neurologischer Natur sein, aber auch ein Blasentumor kann Drangbeschwerden verursachen. In vielen Fällen bleibt die Ursache aber ungeklärt.

Sehr wichtig für die Diagnose ist ein Blasentagebuch, das die Patientin über einige Tage zuhause führt. Hier werden Trinkmenge, Frequenz der Toilettengänge und die einzelnen Harnmengen aufgezeichnet. Mit Hilfe dieses Tagebuches kann man in der Regel bereits die korrekte Diagnose stellen. Gegebenenfalls erfolgt zusätzlich zur obligaten Blasenspiegelung zum Ausschluss eines Tumorseine urodynamische Untersuchung im Krankenhaus.

Die Behandlung wird zunächst medikamentös erfolgen, dadurch kann in der Vielzahl der Fälle eine zufriedenstellende Lebensqualität erreicht werden. Nur in ausgewählten Fällen bei Therapieversagern oder sehr schweren Verläufen sstehen weitere, dann operative Methoden zur Verfügung (sacrale Neuromodulation, Botox-Injektionstherapie in die Blase).