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Harnverlust

Geschrieben von Martin Haydter. Veröffentlicht in Urologie für die Frau

Harnverlust ist ein häufiges Leiden und betrifft in überwiegendem Masse Frauen, was vor allem anatomische Ursachen hat (kurze Harnröhre, Beckenboden).

Diese Erkrankung stellt für die Betroffenen ein immer noch mit Scham behaftetes Thema dar, sodass es oft lange dauert, bis kompetente Hilfe gesucht wird.

Risikofaktoren für die Entwicklung eines Harnverlustes sind Adipositas und die Zahl der Geburten. Mit zunehmendem Alter steigt die Inzidenz der Inkontinenz in der Bevölkerung.

Zwei Hauptursachen können als Ursache genannt werden. Einerseits eine Beckenbodenschwäche (Belastungsinkontinenz), andererseits eine überaktive Blase ( Dranginkontinenz). Oftmals bestehen aber auch Mischformen.

Die Diagnostik umfasst neben der Basisuntersuchung jedenfalls eine Blasenspiegelung sowie eine urodynamische Untersuchung.

Die Therapie richtet sich nach den zugrundeliegenden Ursachen. Bei der Belastungsinkontinenz stehen hervorragende minimal-invasive Operationsmethoden (suburethrale Bandplastik) mit erwiesener Langzeitwirkung zur Verfügung, sollten konservative Massnahmen wie Beckenbodentraining nicht zum gewünschten Erfolg führen. Die Therapie der überaktiven Blase hingegen ist weitgehend eine medikamentöse Angelegenheit.