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Hodenhochstand

Geschrieben von Martin Haydter. Veröffentlicht in Urologie für das Kind

Während der Entwicklung im Mutterleib wandern die Hoden, die zunächst im Bauchraum angelegt werden, am Ende der Schwangerschaft in den Hodensack.

Manchmal bleibt allerdings ein Hoden, ganz selten beide, im Leistenkanal stecken (Leistenhoden) oder tritt nur auf Druck in den Hodensack hinunter (Gleithoden). In sehr seltenen Fällen findet man den Hoden bei der Untersuchung gar nicht (sog. Kryptorchismus).

Dies ist aus zwei Gründen problematisch. Erstens kann der Hoden durch die für Ihn zu hohe Temperatur oberhalb des Hodensackes Schaden nehmen, insbesondere trifft dies auf die Samenzellproduktion zu. Und zweitens birgt ein lebenslanger Hodenhochstand ein stark erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Hodentumors.

Heute ist es internationaler Konsens, dass die Behandlung bis zum 12. Lebensmonat abgeschlossen sein soll.

Die Untersuchung ist für die Babys völlig schmerzfrei und besteht aus Tastbefund und Ultraschall.

Zunächst kann ein Therapieversuch mit einem Medikament, das per Nasenpray verabreicht wird, erfolgen, in aller Regel ist aber die operative Korrektur erforderlich, um die volle Funktionsfähigkeit des Hodens für die Zukunft zu erhalten und kein Risiko bezüglich einer etwaigen späteren Tumorerkrankung einzugehen.